Hast du eigentlich schon einmal von Irlands Copper Coast gehört? Die meisten Irland Urlauber machen einen Roadtrip entlang des berühmten Wild Atlantic Way. In den sonnigen Südosten der Grünen Insel reisen nur wenige. Zu Unrecht, denn der „Sunny South East“ begeistert genauso mit spektakulären Küstenstraßen, dramatischen Felsformationen und traumhaften Stränden. Besonders der UNESCO Global Geopark Copper Coast eröffnet faszinierende Einblicke in Irlands Geschichte des Kupferbergbaus und beeindruckt zugleich mit seiner wilden Küstenlandschaft.
Wir sind im Dezember von Cork aus zu einem Roadtrip entlang der Copper Coast aufgebrochen. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit zu versteckten Stränden, bummeln durch charmante Küstenorte und zeigen dir die schönsten Sehenswürdigkeiten im Geopark Copper Coast im Südosten Irlands.
Inhalt
Wissenswertes zur irischen Copper Coast
Wo in Irland liegt die Copper Coast?
Die Copper Coast – oder genauer gesagt der UNESCO Global Geopark Copper Coast – ist ein 17 Kilometer langer Küstenabschnitt im Südosten Irlands. Er liegt östlich von Cork im County Waterford, zwischen den Städten Dungarvan im Westen und Tramore im Osten.
Was ist eigentlich ein UNESCO Global Geopark?
Die Global Geoparks der UNESCO sind Gebiete, in denen sich historische Stätten oder Landschaften von internationaler geologischer Bedeutung befinden. Sie werden besonders geschützt und nachhaltig entwickelt. Die Copper Coast ist Irlands erster Geopark.
Was macht Irlands Copper Coast so einzigartig?
Die Copper Coast ist bekannt für ihre besonders dramatische Küste mit beeindruckenden Felsformationen. Diese zeugen von vulkanischen Aktivitäten unter dem Meer und geologischen Phänomenen während der letzten Eiszeit.

Die Gesteinsformationen entlang der irischen Küste dokumentieren 450 Millionen Jahre Erdgeschichte. Im Copper Coast Geopark kannst du an vielen Orten tief in die faszinierende Erdgeschichte eintauchen.
Dieser Küstenabschnitt im Südosten Irlands ist ein Eldorado für Geologen und Fossiliensammler.
Zudem bekommst im Copper Coast Geopark einmalige Einblicke in Irlands Bergbaugeschichte, weil die Copper Coast das Zentrum des Kupferbergbaus des Britischen Empires war.
Unser Roadtrip entlang der Copper Coast in Irlands Südosten
Die Hafenstadt Dungarvan
In Cork holen wir unsere Tochter Fee ab, die hier gerade ihr Auslandssemester verbringt. Zu dritt machen wir uns auf unseren winterlichen Irland Kurztrip.

Ostwärts geht es über Youghal in den kleinen Hafenort Dungarvan. Diesen Geheimtipp haben uns Fees irische Gasteltern mit auf den Weg gegeben. Dungarvan ist ihr Lieblingsort zum Shopping, Fisch essen und am Hafen flanieren. Die Lage an der Mündung des Colligan River und am Fuße der Comeragh Mountains ist einfach zu idyllisch.

Auch wir sind gleich begeistert vom Flair des Hafenstädtchens, in dem viele bunte Boote vor Anker liegen. Die Altstadt rund um The Square, den zentralen Platz, lockt mit hübschen Cafés und Restaurants. Bei schlechtem Wetter kannst du dir in den süßen kleinen Shops oder dem Dungarvan Shopping Centre die Zeit vertreiben.
Ursprung des Ortes ist eine anglo-normannische Siedlung aus dem frühen 13. Jahrhundert. Bei unserem Besuch ist das kleine Dungarvan Castle, ein Zeugnis der frühen Besiedlung Irlands, leider in der Winterpause.

Ein Highlight ist das alljährlich entlang der Hafenpromenade von Dungarvan stattfindende Waterford Food Festival. Dieses 3-tägige Event zählt zu den größten Irlands. Das nächste Food Festival ist vom 24.-26. April 2026.
Die besten Fish and Chips in Dungarvan gibt es laut Fees Gastfamilie bei And Chips (Unit 3 Castle House, Davitts Quay, Dungarvan).
Du möchtest in Dungarvan übernachten? Dann wird dir sicher das Park Hotel Dungarvan* (Affiliate-Link) gefallen.
Tipp für Wanderer und Radfahrer: Waterford Greenway
Zwischen Waterford und Dungarvan verläuft die alte Eisenbahnstrecke, die zu einem 46 km langen Rad- und Wanderweg, dem Waterford Greenway, ausgebaut wurde. Auf der Strecke kannst du vom Fluss bis zum Meer über elf Brücken, drei Viadukte und durch einen Eisenbahntunnel radeln.
Nach unserem kleinen Stadtbummel decken wir uns noch schnell mit Kaffee und Sandwiches ein und fahren weiter der Küste entlang nach Osten. Schon wenige Minuten später erreichen wir den UNESCO Global Geopark Copper Coast mit seiner atemberaubenden Küstenlandschaft.

9 lohnende Stopps und Sehenswürdigkeiten im Geopark Copper Coast
Auf unserem Roadtrip entlang der Copper Coast kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Eine wunderschöne Panoramastraße windet sich in schmalen Kurven an der wild zerklüfteten Küste entlang, mal dicht am Meer, mal etwas weiter landeinwärts.

Nach jeder Biegung bietet sich uns eine neue spektakuläre Aussicht aufs Meer und die Klippen. Niemals hätten wir hier unten im Südosten Irlands solch steile Klippen und bizarre Felsformationen erwartet!

Wir stellen dir jetzt ein paar der schönsten Stopps und Sehenswürdigkeiten an Irlands Copper Coast vor.
1. Ballydowane Bay
An der Copper Coast findest du jede Menge versteckte kleine Strände. Wir entscheiden uns für einen Stopp an der Ballydowane Bay. Diese Bucht ist nur über eine schmale Stichstraße zugängig. Kurz vor dem Strand gibt es ein paar Parkplätze.

Als wir die Bucht erreichen, sind wir absolut geflasht: Gewaltige Felswände umrahmen den feinsandigen Strand. Imposante Felsformationen ragen wie Zacken aus dem Wasser auf und laden bei Ebbe zum Umrunden ein. Eine wirklich atemberaubende Stimmung!


2. Tra na mBo und Bunmahon Head
Die dramatischen Sandsteinklippen an der Landzunge des Bunmahon Head ragen fast senkrecht wie steinerne Wächter über dem Meer auf. In der kleinen Tra na mBo Bucht ist das Bergbauerbe der Copper Coast durch kleine, in den Felsen gehauene Stollen besonders gut sichtbar.
3. Visitor Centre des UNESCO Global Geoparks Copper Coast
Das Besucherzentrum des Geoparks ist in der alten Monksland Church in Knockmahon untergebracht. Hier bekommst du Informationen über den Kupferabbau und die geologischen Besonderheiten des Geoparks. Auch geführte Touren zu den Sehenswürdigkeiten kannst du hier buchen. Oder du gehst wie wir einfach auf eigene Faust auf Entdeckungstour.
Weitere Infos findest du auf der Website des Geoparks.
4. Fire, Ice and Sea Sculpture
Diese Skulptur bezieht sich auf die drei Gewalten Feuer, Eis und Wasser, die die einzigartige Landschaft der Copper Coast geformt haben.

- Feuer: die Unterwasservulkane, die die bizarren Felsformationen erschaffen haben
- Eis: die Gletscher der letzten Eiszeit, die sie abgeschliffen haben
- Wasser: der wilde Atlantik, der die Landschaft durch Erosion weiter formt
5. Copper Coast Geological Garden
Das Highlight des Geogardens ist der Time Path. Auf 28 Tafeln entlang dieses Pfads kannst du auf eine Zeitreise durch die verschiedenen Erdepochen gehen. Viele verschiedene Gesteine aus diesen Epochen finden sich entlang der Copper Coast.
6. Dunabrattin Head und Boatstrand Harbour
Der Dunbrattin Head ist für seine bizarren Felsformationen aus Kalkstein bekannt. Diese Bucht ist ein Paradies für Fossiliensammler. Östlich der Landzunge kannst du einen von der See ausgewaschenen Felsbogen bestaunen.
7. Tankardstown Copper Mines
Unser nächster Stopp ist der alte Minenkomplex der Tankardstown Copper Mines, unweit des Ortes Bunmahon. Die ehemalige Kupfermine liegt im Herzen des UNESCO Geoparks. Sie zeugt von Irlands Bergbaugeschichte an der Copper Coast.
Von der Mine aus dem 19. Jahrhundert sind nur noch einzelne Ruinen übrig: Teile des Fördergebäudes über dem Hauptschacht, des Maschinenhauses, ein Kamin und Reste eines Gebäudes, in dem sich die Dampfmaschine befand. Hier wurde Wasser aus den Kupferminen gepumpt und Erz aus der Tiefe gefördert.
Das Minengelände ist frei zugänglich.
8. Dunhill Castle
Dunhill Castle stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Leider sind nur noch die Hälfte eines Turms und einige Außenmauern erhalten. Ein Besuch lohnt sich wegen der atemberaubenden Aussicht dennoch.
9. Gaulstown Dolmen
Der Gaulstown Dolmen aus der Jungsteinzeit (3.500 – 4.000 v. Chr.) ist eines der besten Beispiele Irlands für ein prähistorisches Portalgrab. Der Dolmen besteht aus sechs aufrecht stehenden Steinen, die eine etwa fünf Meter lange Kammer mit einem Deckstein bilden.
Zu finden ist diese historische Irland Sehenswürdigkeit im Landesinnern, unweit von Waterford.
Das waren einige der besten Stopps im Geopark Copper Coast. Natürlich ist diese Region im Südosten Irlands auch vor und hinter dem als Geopark ausgewiesenen Gebiet einfach spektakulär!

Der Küstenort Tramore
Wenige Kilometer nach Verlassen des UNESCO Global Geoparks machen wir einen Stopp im Küstenort Tramore. Das südlich von Waterford gelegene Städtchen heißt auf Irisch Trá Mhór, was „Großer Strand“ bedeutet. So ist das Highlight des Ortes natürlich der kilometerlange Sandstrand, an dem sich gewaltige Wellen brechen.
Tramore ist im Sommer ein sehr beliebter Urlaubsort und ein echter Hotspot für Surfer. Wie voll es hier in der Hauptsaison wird, können wir nur erahnen, denn dann gibt es an der langen Hafenpromenade sogar einen Vergnügungspark.
Jetzt im Dezember ist Tramore sehr beschaulich, fast schon verschlafen. Wir machen einen kleinen Spaziergang vom Hafen hinauf in die Altstadt und wärmen uns in der süßen kleinen Seagull Bakery (4 Broad St, Tramore) bei starkem Kaffee und duftenden Orangen-Brownies auf.


Wer es lieber herzhaft mag, ist im gegenüberliegenden The Vee Bistro gut aufgehoben (1, Lower Main Street, Tramore).
Tipp: Der Metal Man von Tramore
Diese Sehenswürdigkeit Tramores besteht aus drei auf den Klippen im Westen der Bucht aufgebauten Säulen. Auf ihr steht der zum Meer ausgerichtete „Metal Man“, der die Seefahrer vor dem gefährlichen Küstenabschnitt warnt. Er ruft ihnen zu: “Keep off, good ship, keep off from me, for I am the rock of misery“.
Tramore gefällt uns so gut, dass wir am liebsten hier übernachten würden. Buche gleich hier dein Zimmer mit Meerblick im The Majestic Hotel in Tramore* (Affiliate-Link).
An diesem Abend erwartet uns aber noch ein besonderes Highlight, auf das wir sehr gespannt sind. Deshalb verlassen wir die Copper Coast und fahren ins Landesinnere nach Waterford.
Was wir dort erlebt haben und wohin uns unser winterlicher Irland Roadtrip sonst noch geführt hat, verraten wir dir in Kürze. Kennst du schon unseren großen Irland Roundup? Dort findest du viele weitere Irland-Insidertipps.
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