Wandern unter schroffen Vulkangipfeln, entlang historischer Levadas und durch mystische Lorbeerwälder zu rauschenden Wasserfällen: Madeira, wegen ihrer Blütenpracht und grünen Natur auch Insel des ewigen Frühlings genannt, ist das ganze Jahr über ein einzigartiges Wanderparadies.
Unsere Gastautorin Alexandra war eine Woche lang mit Mann, Tochter und Freund auf Madeira Wandern und hat sich in die portugiesische Atlantikinsel verliebt. In diesem Beitrag nimmt sie dich mit auf ein paar der schönsten Levada Wanderungen, zum Baden in natürlichen Lavapools und zeigt dir bei einem entspannten Spaziergang durch Funchal die schönsten Sehenswürdigkeiten der Inselhauptstadt. Dazu gibt sie dir praktische Tipps rund ums Wandern auf Madeira und die neue Buchungspflicht für die klassifizierten Wanderwege.
Inhalt
Übersichtskarte: Madeira Wanderungen & Sehenswürdigkeiten
In dieser Karte findest du unsere nachfolgend vorgestellten (Levada-) Wanderungen auf Madeira und lohnende Sehenswürdigkeiten im Überblick.
Was sind eigentlich Levadas?
Madeiras Levadas sind künstlich angelegte Bewässerungskanäle, die das Wasser aus niederschlagsreichen Gebieten auf die Anbauflächen leiten. An vielen dieser historischen Wasserleitungen führen atemberaubende Wanderwege entlang, die das Wandern auf Madeira so einzigartig machen.
Sehenswertes & Wanderungen an Madeiras Südküste
Wandern auf Madeira: Cascada dos Anjos – Rota da banana
Dieser Wasserfall fließt direkt auf die alte Küstenstraße ER101 zwischen Ponta do Sol und Madalena do Mar. Als die Straße noch für den Autoverkehr geöffnet war, bekamen die Autos an dieser Stelle immer eine Gratisdusche. Inzwischen kann man nur noch zu Fuß dort hin, da die Straße wegen Steinschlaggefahr für Autos gesperrt ist.

Wir machen von unserem Hotel in Ponta do Sol aus einen schönen Spaziergang zum Wasserfall Cascada dos Anjos (etwa 30 Minuten). Wer möchte, kann nach der Wasserfalldusche noch weiter nach Madalena do Mar laufen und dort die Rota da banana wandern, einen kleinen Trail (ca. 2 km) durch üppige Bananenplantagen.


Sehenswert: BAM Museu da Banana da Madeira
Nach der Wanderung durch Madeiras Bananenplantagen, wollen wir mehr über die Madeira Banane erfahren.
In Lugar de Baixo liegt direkt an der Durchgangsstraße das BAM. In diesem modernen, interaktiven Museum erfährt man alles über die Geschichte und den Anbau der Madeira Banane.

Nach dem Besuch kann man durch eine Plantage schlendern und im Museumscafé herrlichen Kuchen und andere Produkte aus Bananen (Bananenbier, Bananenshakes) probieren. Wir genießen unseren Besuch dort sehr!

- Öffnungszeiten: täglich 9-18 Uhr, im Sommer bis 19 Uhr
- Eintritt: 9 €, Kinder ab 6 Jahren 5 €
- Weitere Infos findest du auf der Website des BAM.
Fun facts zur Madeira Banane:
Durch den vulkanischen Boden und das Klima ist die Madeira Banane süßer und aromatischer als die Bananen, die wir in Deutschland im Supermarkt kaufen. Sie ist auch um einiges kleiner, sodass sie nicht den EU-Größenverordnungen für den Export entspricht. Die Madeira Banane wird daher direkt auf der Insel oder auf dem portugiesischen Festland verspeist. Uns schmeckt sie jedenfalls sehr gut.
Levada Nova – Levada da Moinho Wanderung auf Madeira
Von Ponta do Sol aus sind es nur wenige Kilometer zum Startpunkt einer sehr schönen Levada Wanderung, die aktuell noch NICHT über das zentrale Buchungssystem Simplifica gebucht werden muss (Stand Juli 2026, siehe Tipps zum Wandern auf Madeira).
Die Levada do Moinho ist ein herrlicher Wanderweg auf Madeira, der meist mit der höher gelegenen Levada Nova als Rundwanderung kombiniert wird. Die Levada da Moinho ist uriger und älter als die Levada Nova und führt uns mit großartigen Ausblicken tief ins Tal hinein.

Der spektakulärste Punkt der Wanderung ist die „Wasserfall-Kurve“ an der Levada Nova, nach der es durch einen Tunnel geht.

- Rundweg ca. 10 km, Wanderzeit rund 3,5 Stunden
- Wanderweg kann mit oder gegen den Uhrzeigersinn gelaufen werden.
- Parken kann man bei der Kirche von Lombada da Ponta do Sol.
- Café-Tipp: Levada Lounge
Sehenswürdigkeiten & Wanderwege in Madeiras Norden
Küstenwanderung Caminho da Entrosa
Von Ponta do Sol aus führt uns die VE4 innerhalb von rund 30 Minuten von Ribeira Brava nach Sao Vicente. Von dort aus fahren wird auf der alten Küstenstraße ER101 nach Boaventura. Ziel ist das Restaurant Sao Cristovao (Estrada Municipal de São Cristovão 102, Boaventura), wo man bei einem Kaffee den herrlichen Ausblick über die Küste genießen kann.

Dort startet auch der Caminho da Entrosa, ein alter Dorfverbindungsweg, der Boaventura mit Arco de Sao Jorge verbindet. Der Wanderweg verläuft entlang der Steilküste mit fantastischen Ausblicke auf Klippen und Meer.


Im Dörfchen Arco de Sao Jorge angekommen, kann man im Restaurante O Arco eine Erfrischung zu sich nehmen und dann wieder gestärkt den Rückweg antreten.
- Länge ca. 3 km
- teilweise steile Abschnitte
Wanderweg PR9 – Levada do Caldeirão Verde
Wer eine Levada Wanderung auf der Südseite Madeiras gemacht hat, wird erstaunt sein, wie anders es doch auf der Nordseite aussieht. Dichter Lorbeerwald, subtropische Pflanzen, Wasserfälle und kühlere, feuchte Luft. Man kommt sich vor wie im tiefsten Dschungel.

Die Levada do Caldeirão Verde PR9 startet am Forstpark Queimadas in der Nähe von Santana. Dort gibt es einen großen Parkplatz, ein Schutzhaus mit dem typischen Santana-Reetdach und eine kleine Cafeteria.

Die Anfahrt zum Parkplatz ist fast aufregender als die Wanderung selbst, denn bei Gegenverkehr wird es auf der einspurigen Straße recht abenteuerlich. Der Parkplatz ist kostenpflichtig und füllt sich morgens relativ schnell, sodass sich viele Wanderer von Santana aus mit dem Taxi zum Forstpark Queimadas bringen lassen.
Der PR9 ist leider kein Rundwanderweg. Man dreht am Ende bei der Caldeirao Verde, einem Pool mit einem wunderschönen, rund 100 m hohen Wasserfall, einfach um und geht wieder zurück.

- Länge rund 7 km bis zur Caldeirao Verde
- mehrere kleine Tunnel
- nur wenige Höhenmeter
- Eine entspannte, wunderschöne Wanderung!
Wofür steht das PR bei den Wanderwegen auf Madeira?
PR heißt Pequenas Rotas, also „kleine Routen“. Das sind offiziell markierte Tageswanderungen, die zwischen 7 und 30 km lang sind. Auf ihnen kannst du die Landschaftsvielfalt Madeiras kennenlernen. Für die Benutzung musst du dich registrieren und es fällt eine Gebühr an (siehe Wandertipps am Ende des Beitrags).
Madeira Sehenswürdigkeit: Casas Típicas de Santana
Auf dem Weg zu unserer Wanderung halten wir spontan an einer sehr bekannten Sehenswürdigkeit Madeiras an: In Santana mit seinen Casas Tipicas. Diese dreieckigen, strohgedeckten kleinen Häuschen sind historisches Erbe Madeiras – sozusagen das Wahrzeichen der Insel – und ein beliebtes Fotomotiv.
Der Eintritt ist frei, insofern lohnt sich der kleine Spaziergang. Sehr touristisch ist es aber schon. Seit 2011 ist Santana mit übrigens als UNESCO Biosphärenreservat ausgezeichnet.

Highlight im Nordwesten Madeiras
Piscinas Naturais Porto Moniz: Baden in Lavapools
Von Ponta do Sol fahren wir über die VE3 bis nach Ponta do Pargo und nehmen dann die Route über die alte Küstenstraße ER 101. Mit großartigen Ausblicken führt sie durch Eukalyptuswälder und vorbei an blühenden Hortensien hinab zur Küste nach Porto Moniz.

Hier wollen wir die Piscinas Naturais, eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten an der Nordküste Madeiras, besuchen. Diese natürlichen Becken wurden über Jahrtausende durch abkühlende Lavaströme geformt. Ganz in der Nähe dieser Naturschwimmbecken gibt es große öffentliche Parkplätze.
Wir packen unsere Badesachen ein und laufen zu den alten Naturschwimmbecken, den Piscinas Naturais do Aquário/Cachalote. Die Pools aus schwarzem Lavastein füllen sich durch die Gezeiten mit Meerwasser und man kann ein erfrischendes kühles Bad nehmen.
Es empfehlen sich Badeschuhe und eine gute Portion Sonnencreme, denn die Piscinas Naturais do Aquário sind weitestgehend natürlich gehalten, gebührenfrei und man kann sich nach dem Bad nur auf Steine setzen.

Der zweite Lavapool, die Piscinas Naturais do Porto Moniz, gleicht eher einer gut ausgebauten Badeanstalt. Hier muss man Eintritt bezahlen, bekommt dafür aber alle Annehmlichkeiten wie Umkleidekabine und Sonnenliegen. Uns hat die natürliche Variante besser gefallen.

- Öffnungszeiten: Im Sommer täglich 9-19 Uhr, im Winter bis 17 Uhr
- Eintritt: 3 €
Unser Café-Tipp für Porto Moniz: Wenn du nach einem kühlen Bad im Lavapool sehr leckeren Bananenkuchen essen möchtest, können wir dir das Café Atlantico (Rua do Forte de Sao Joao Baptista, Porto Moniz) sehr empfehlen.
Wandern im Inselinneren Madeiras
Wanderweg PR17 – Caminho do Pináculo e Folhadal
Der PR17 war definitiv unsere anstrengendste Wanderung und wird auch in den meisten Portalen als schwer eingestuft. Er ist eigentlich als 15 km langer Rundweg angelegt, kann aber momentan (Stand Juli 26) wegen Sperrungen nicht als solcher gelaufen werden.

Da wir nicht umkehren und zurücklaufen wollen, steigen wir kurz nach dem Miradouro da Bica da Cana bei ungefähr Kilometer 9 aus dem Trail aus. Es gibt eine kleine Landstraße, die kurz hinter dem Miradouro vorbeiführt. Dort lassen wir uns mit dem Auto abholen.
Was definitiv die beste Entscheidung ist, denn an diesem Tag beginnt es in den Bergen zu regnen, während in Ponta do Sol die Sonne scheint. Bei Regen werden die Wanderwege schnell rutschig und gefährlich, wir laufen nur noch durch Wolken, die Aussicht ist gleich Null. Aber: Das ist Wandern auf Madeira. Das Mikroklima in den Bergen ist einfach unberechenbar.

Neben den Wetterbedingungen und den steilen Anstiegen sind beim PR17 auch zwei richtig lange Levada-Tunnel eine echte Herausforderung. Wir haben die Zeiten gestoppt und für den längeren der beiden Tunnel fast 20 Minuten für die Durchquerung benötigt. Wenn Gegenverkehr kommt, wird es außerdem richtig eng.

- 15 km lange Rundwanderung
- als schwierig eingestuft, gute Kondition erforderlich
- am besten bei sonnigem Wetter machen
- keine Angst vor Tunneln, da 2 lange Tunnel
- Ein absolut grandioses Naturerlebnis!
Du liebst Inselwandern? Dann gefällt dir sicher der GR221 auf Mallorca, der legendäre Trockenmauerweg, auf dem du die Insel vom Nordosten bis in den Südwesten durchwandern kannst.
Madeira Wandern: Rundgang durch die Hauptstadt Funchal
In Funchal haben wir einen wunderschönen Tag verbracht, mit ein bisschen Sightseeing, Bummeln und Essen. Hier kommt unser ca. 6 km langer Stadtrundgang, sozusagen eine kleine Wanderung durch Madeiras Hauptstadt.

1. CR 7 Museum von Cristiano Ronaldo
Da wir einen großen Fußballfan in unserem Reiseteam haben, steuern wir zunächst das CR7 Museum am Hafen von Funchal an. Cristiano Ronaldo, der große portugiesische Fußballstar, ist in Funchal geboren und hat sich selbst mit einem Museum und einem Hotel in seiner Heimatstadt ein Denkmal geschaffen.
Das Museum selbst ist nicht sehr groß und die meisten Touristen kommen hauptsächlich vorbei, um ein Foto mit der Ronaldo Statue am Eingang zu machen.


2. Park Santa Catarina – Avenida Arriaga – Kathedrale von Funchal
Vom CR7 Museum aus geht man zum gegenüberliegenden Park Santa Catarina. Er liegt etwas erhöht und man hat einen schönen Blick über die Bucht von Funchal.

Wenn man den Park an der Ostseite verlässt, kann man direkt in die Avenida Arriaga einbiegen, die Flaniermeile von Funchal. Vorbei an zahlreichen historischen Gebäuden und vielen Restaurants und Cafes endet die Avenida bei der Kathedrale von Funchal.
Wir biegen links ab in die Rua Joa Tavira, eine kleine Gasse, in der sich drei schicke Cafés aneinanderreihen: Between, The Studio und Brunchology. Wir landen bei letzterem und genießen ein hervorragendes vegetarisches Mittagessen.
Unser Funchal Restaurant-Tipp: Brunchology – Brunch Café & Matcha Bar (Rua Joao Tavira 28, Funchal)
3. Praça do Municipio – Mercado dos Lavradores
Frisch gestärkt schlendern wir weiter zur Praça do Municipio. Dort steht das Rathaus von Funchal, ein historischer Palast von 1758, der auch besichtigt werden kann.

Unser Ziel ist jedoch der berühmte Mercado dos Lavradores, der Bauernmarkt von Funchal. Die zweistöckige Markthalle aus den 1940er Jahren hat einen schönen blumengesäumten Innenhof, um den dekorativ Obst- und Blumenstände aufgebaut sind. Alle Waren werden schön präsentiert, sind aber teilweise auch überteuert.
Wegen der Atmosphäre und der Architektur lohnt sich dennoch ein Besuch. Außerdem gibt es im oberen Stockwerk eine schöne Terrassenbar, wo man sich ein kühles Getränk gönnen kann.



4. Zona Velha – Rua Santa Maria – Madeira Story Centre
Direkt hinter dem Mercado dos Lavradores beginnt die Zona Velha, das historische Herz Funchals. Wir biegen in die gepflasterte Rua Santa Maria ein, in der früher Handwerker, Fischer und einfache Leute lebten. Heute ist die Rua Santa Maria zur Ausgehstraße schlechthin geworden, wo sich eine Bar an die nächste reiht.
Bekannt ist die Rua Santa Maria für ihre bemalten Türen, eine Art Open Air Galerie, in der viele Künstler Dutzende von Haustüren mit Motiven verziert haben. Am Ende der Rua Santa Maria stößt man auf das Madeira Story Centre, wo man auf einer interaktiven Tour viel über die lange Geschichte der Insel lernen kann.



5. Mit der Seilbahn nach Monte: Botanischer Garten von Funchal
Wer eine großartige Aussicht auf Funchal genießen möchte, geht zur direkt gegenüberliegenden Seilbahn. Mit dem Teleferico fährt man in rund 15 Minuten in die höher gelegene Gemeinde Monte. Dort befindet sich der herrliche Botanische Garten von Funchal, der Jardim Tropical Monte Palace, mit über 100.000 Pflanzenarten aus allen Erdteilen.
- Öffnungszeiten: täglich 9-18 Uhr, im Sommer bis 19 Uhr
- Eintritt: 18 €, Kinder bis 14 Jahre frei
- Weitere Infos findest du auf der Website des Monte Palace.
Was du fürs Wandern auf Madeira wissen solltest
Wander-Genehmigung über das Buchungsportal Simplifica
Seit Januar 2026 gibt es eine Liste klassifizierter Wanderwege, die nur mit einer vorherigen Buchung über Madeiras zentrales Onlineportal Simplifica gewandert werden können. Man bucht sich einen Start-Slot und bezahlt eine Gebühr von 4,50 Euro pro Person.
Das System ist meiner Meinung nach etwas benutzerunfreundlich, aber wenn man es einmal durchstiegen hat, funktioniert es doch ganz gut. Man sollte besser nicht ohne Buchung losmarschieren, denn wir haben erlebt, dass auf den beliebten und bekannten Trails kontrolliert wurde. Es gibt aber auch Fälle, wo nachmittags gar keine Buchung mehr nötig ist, d.h. es werden keine Buchungsslots mehr angezeigt und man kann einfach loswandern.
Must-Haves fürs Wandern auf Madeira
Oft habe ich vor unserer Reise gelesen, dass man beim Wandern auf Madeira immer eine Regenjacke und eine Stirnlampe oder Taschenlampe dabeihaben sollte.
Ich dachte mir, dass das übertrieben ist, wurde aber eines Besseren belehrt. Innerhalb von Minuten können auf der Nordseite Madeiras Wolken aufziehen und es regnet in Strömen. Keine Wetter App der Welt warnt davor, außer du beobachtest kontinuierlich das Wetterradar.
Die vielen Tunnels auf den Levada Wanderungen sollten auf keinen Fall ohne ausreichend Licht durchwandert werden. Ein weiteres Must-Have sind Wanderschuhe mit gutem Profil, denn beim Wandern auf Madeira kann es auch ohne Regen oft rutschig werden – aufgrund der vielen Wasserfälle oder überfluteter Levadas.
Hilfreiche Tipps für deine Madeira Reise
Anreise nach Madeira
Die Flugzeit beträgt rund 4 Stunden ab Frankfurt und ist somit etwas kürzer als ein Flug auf die noch südlicher liegenden Kanaren.
Schon der Landeanflug auf Madeira ist spektakulär. Über die Ostspitze der Insel bahnt sich unser Flugzeug den Weg zur Landebahn des Flughafens Cristiano Ronaldo in der Nähe von Santa Cruz. Die Piste liegt zwischen Steilküste und Meer und ist sehr kurz, zudem gibt es oft starke Winde und Turbulenzen. Unser Pilot meistert den Anflug jedoch mit Bravour und legt am Pistenende eine Vollbremsung hin.
Ein paar Tage später fahren wir mit dem Auto am Flughafen vorbei und bemerken erst dann, dass die Landebahn auf mächtigen Betonpfeilern erbaut wurde und direkt über der Küstenstraße verläuft.
Unterwegs auf Madeira
Madeira hat einige gut ausgebaute Schnellstraßen, die VE-Straßen (Via Expresso), die durch unzählige, lange Tunnel führen, auf denen man aber mautfrei und schnell vorankommt. So führt zum Beispiel die VE4 einmal quer über die Insel, die VE1 führt an der ganzen Ostküste entlang.
Wer mehr von der Insel sehen möchte und nicht nur durch Tunnel fahren, der sollte auf der schon erwähnten alten Küstenstraße ER101 fahren, soweit dies noch möglich ist. Sie schlängelt sich einmal rund um die Insel, immer an der Steilküste entlang mit spektakulären Ausblicken. Leider wird sie nicht mehr gepflegt und ist stellenweise gesperrt (siehe Cascada dos Anjos).
Lage & Klima auf Madeira
Madeira gehört als autonome Region zu Portugal und liegt im Atlantik auf der Höhe von Marrakesch/Marokko.
Das subtropische Madeira wird oft als „Insel des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Die Insel hat ein ganzjährig angenehmes Klima zwischen 20 und 26 Grad.
Zwischen den beiden Inselhälften gibt es jedoch große Wetter- und Temperaturunterschiede. Die Südseite der Insel gilt als sonnig und warm, die Nordseite eher als kühl und regnerisch. Der Grund hierfür ist eine rund 1.800 Meter hohe Bergkette, die Madeira in zwei Klimazonen aufteilt. Wir haben mehrmals live erlebt, dass an der Küste im Süden bei 24 Grad die Sonne schien, wir aber in den Bergen beim Wandern bei 18 Grad in Regenwolken unterwegs waren.
Übernachtungstipp: Ponta do Sol im sonnigen Süden Madeiras
Aufgrund der klimatischen Unterschiede empfiehlt sich, vor allem in der Nebensaison, eine Unterkunft auf der Südseite Madeiras. Wir haben uns ein Hotel in Ponta do Sol ausgesucht und es keine Sekunde lang bereut.

Ponta do Sol gilt als das wärmste und sonnigste Dorf der Südinsel und hat einen pittoresken historischen Ortskern mit kleinen Gassen und bunten Häusern. Der Praia da Ponta do Sol ist zwar ein Kieselstrand, aber sehr schön mit Sonnenschirmen und Wegen aus Holzdielen ausgestattet und sehr geschützt, sodass man gut schwimmen kann. Ponta do Sol bietet zudem auch eine große Auswahl an Bars und Restaurants.

Hoteltipps:
- Estalagem da Ponta do Sol: hoch auf einer Klippe über dem Dorf, sehr empfehlenswert
- Enotel Sunset Bay: direkt an der Strandpromenade
Restaurant-Tipps:
- Palm Spot Restaurant: an der Strandpromenade, vegane und vegetarische Optionen, eines unseres Lieblingsrestaurants auf Madeira
- Caprice Restaurant: in einer kleinen Gasse in der Altstadt, viele traditionelle Gerichte
- Old Pharmacy: Tapas und kleine Speisen, vegetarische Optionen
Madeira Spezialitäten, die du unbedingt probieren solltest
- Ich habe schon von den Leckereien aus Bananen geschwärmt, die auf Madeira angeboten werden und es gibt generell ein großes Angebot an frischen Früchten. Vor allem Maracujas werden auf Madeira in vielen Varianten angeboten, sehr gerne in leckeren Desserts.
- Für mich als Fischliebhaber ist auch die Auswahl an frischem Fisch ein besonderes Erlebnis. Schwarzer Degenfisch (Espada) und Thunfisch sind auf der Insel besonders beliebt.
- Nicht zu vergessen: Das Bolo do Caco, Madeiras typisches Fladenbrot aus Süßkartoffelmehl. Es ist allerdings nicht süß, sondern wird mit herzhaftem Belag als Sandwich verspeist oder als Vorspeise mit Öl und Knoblauch. Sehr lecker!
- Bei den Getränken ist Madeira bekannt für seinen Madeira Wein, ein Likörwein, der nur auf Madeira hergestellt wird und ein wenig an Portwein erinnert. Oft wird er in Restaurants gratis als Aperitif oder Digestif angeboten.
- Das zweite bekannte Getränk ist Poncha, ein Zuckerrohrschnaps, der mit Honig und Zitronen- oder Orangensaft vermischt wird. Unbedingt probieren!
Über unsere Gastautorin Alexandra
Alexandra berichtet als Gastautorin auf unserem Blog immer wieder über ihre Zeit als Expat in den USA. Wieder zurück in der Heimat, begleitet sie mich ab und zu auf Recherchereisen. Oder sie schreibt – wie in diesem Beitrag – über traumhafte Reiseziele in Europa. Schau dir am am besten gleich ihre Insider-Tipps für Zypern oder ihre liebsten Lissabon Sehenswürdigkeiten an.
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