Hast du schon einmal von Shinrin Yoku gehört? Das ist die japanische Form des Waldbadens und kein neuer Wellness-Trend, sondern ein einfacher und sehr effektiver Weg zu mehr Gelassenheit und Gesundheit. Das wollte ich unbedingt ausprobieren und habe mich mit der zertifizierten Waldbaden-Kursleiterin Peggy von „Wandel im Wald“ auf eine achtsame Waldauszeit auf der Schwäbischen Alb begeben.
In diesem Beitrag erfährst du, warum Shinrin Yoku so gesund ist und welche Übungen wir praktiziert haben. Vielleicht wäre Waldbaden auf japanische Art auch was für dich?
Inhalt
Was ist Shinrin Yoku denn eigentlich?
„Waldbaden heißt, die Natur mit allen Sinnen zu erleben“
So die poetische Übersetzung des japanischen Begriffs Shinrin Yoku. Im Deutschen klingt die Definition sehr viel nüchterner: „Waldbaden ist ein geführter Waldspaziergang mit gesundheitsbezogenen Elementen.“
- Shinrin Yoku ist ein Gesundheitsformat, das dazu einlädt, den Wald mit allen Sinnen zu erleben.
- Wissenschaftliche Studien belegen die positiven Effekte auf Stresslevel, Immunsystem, mentale Verfassung, Konzentration und Leistungsfähigkeit.
Shinrin Yoku ist also kein weiterer Wellness-Trend, sondern ein effektiver Weg zu mehr Gelassenheit und Gesundheit. Die heilende Kraft des Waldes wird durch Achtsamkeit und Sinneswahrnehmung erlebt.

Was ist so gesund am Waldbaden?
Bäume (und ganz besonders Nadelbäume) geben ätherische Öle, sogenannte Terpene, an die Waldluft ab. Beim Waldbaden werden diese Öle eingeatmet und entfalten ihre entzündungshemmende, stressreduzierende und immunstärkende Wirkung auf den Körper.

- Waldluft senkt nachweislich das Stresshormon Cortisol sowie Blutdruck und Herzfrequenz.
- Ein Aufenthalt im Wald steigert die Bildung und Aktivität von Killerzellen und ist somit positiv für unser Immunsystem.
- Die ätherischen Öle des Waldes schaffen Linderung bei Atemwegserkrankungen wie Asthma.
- Die Terpene wirken sich positiv aus auf die gute Laune und helfen gegen Schlafstörungen.
Waldbaden bei Hitze?
Gerade an sehr heißen Tagen ist es unter dem Blätterdach des Waldes immer ein paar Grad kühler, und die Luft ist herrlich erfrischend. Waldbaden ist mein Tipp, um die aktuelle Sommerhitze besser zu überstehen!
Mein Experiment: Waldbaden mit dem Schwäbischen Albverein
„Gehen wir mit dem Badeanzug in den Wald?“ „Muss ich da etwa Bäume umarmen oder mich gar ins Moos legen?“ So oder ähnlich klangen die Anfragen und spöttischen Kommentare, als ich zu unserem ersten Waldbaden-Abenteuer mit dem Schwäbischen Albverein einlud.
Wie du vielleicht weißt, bin ich seit vielen Jahren Mitglied im Schwäbischen Albverein und engagiere mich ehrenamtlich in der Ortsgruppe meiner Heimatgemeinde. Schon meine Idee, dieses Jahr Waldbaden in den Wanderplan aufzunehmen, wurde eher skeptisch aufgenommen.
Für die pragmatischen Älbler (keinesfalls negativ gemeint – ich bin selbst auf der Alb geboren und aufgewachsen) ist Waldbaden eher was für gestresste Städter und Esoteriker. In den Wald geht man hier zum Holzmachen oder allenfalls, um Sport zu treiben. Mit dem Begriff „Waldbaden“ können die meisten eher nichts anfangen.
Umso toller fand ich es dann, dass sich 7 mutige Teilnehmer für unser erstes Waldbaden mit der Shinrin Yoku Kursleiterin Peggy Wandel angemeldet haben.

„Je mehr Zeit wir in der digitalen Welt verbringen, desto größer ist unsere Sehnsucht nach Naturverbindung.“
Peggy Wandel
Mit ihren Waldbaden-Kursen im Raum Reutlingen hilft sie den TeilnehmerInnen dabei, ihre Verbindung zur Natur zu stärken und die wohltuende Kraft des Waldes für sich zu entdecken. Mehr über Peggy und ihr Angebot (auch für dich!) erfährst du am Ende dieses Beitrags.
Lesetipp: Praxisbuch „Im Wald baden“ von Jörg Meier
Deutschlands erster Shinrin-Yoku-Coach übersetzte das Gesundheitskonzept aus Japan für Deutschland.
Shinrin Yoku auf der Schwäbischen Alb – Unsere achtsame Auszeit im Wald
1. Lass Stress & Sorgen los
An einem kleinen Wanderparkplatz bei Holzelfingen auf der Schwäbischen Alb treffen wir unsere Shinrin Yoku Kursleiterin Peggy Wandel.
Bevor wir mit dem Waldbaden starten, fordert sie uns dazu auf, Stress und Sorgen für ein paar Stunden symbolisch abzustreifen und frei davon ins Waldbaden zu starten.

2. Betrachte den Wald als Kathedrale
Eine kleine Kennenlernrunde auf einer Wiese lockert die Stimmung etwas auf. Dann betreten wir ehrfürchtig und schweigend auf einem schmalen Pfad die Kathedrale des Waldes mit ihrem gewaltigen Blätterdach – ein passendes Bild, wie ich finde.

3. Tauche mit allen Sinnen in den Wald ein
Um im Wald mit allen Sinnen anzukommen, machen wir wenig später die erste Übung. Wir erden uns mit beiden Beinen, dann lauschen wir den Geräuschen des Waldes und nehmen bewusst die Gerüche von Baumrinde, Blättern und Waldblumen wahr. Wann hast du das zum letzten Mal gemacht?
4. Entdecke deine Verbindung zum Wald
An einem herrlichen Aussichtspunkt am Albtrauf zeigt uns Peggy eine Körperübung zum Stressabbau. Dann erklärt sie uns, dass unser Körper mit der Lunge und ihren Verästelungen einen umgedrehten Baum in sich trägt. Die Bäume nehmen das von uns ausgeatmete Kohlendioxid auf und wandeln es für uns wieder in Sauerstoff um. Was für ein wunderschöner Gedanke, auf diese Weise mit der Natur verbunden zu sein.

5. Gib Kontrolle ab – übe Vertrauen
Bei Ruine Greifenstein bietet sich uns erneut eine herrliche Aussicht auf das Tal und die Felsen am Albtrauf. Hier sollen wir uns im Vertrauen üben und die Kontrolle an einen Partner abgeben. Mit geschlossenen Augen werden wir zu einem Baum geleitet und müssen diesen erfühlen.

Wieder zurück am Ausgangspunkt, ist es gar nicht so einfach, den „eigenen“ Baum wiederzufinden. Die Übung ist schwieriger als gedacht und das gemeinsame Erlebnis verbindet uns auf besondere Weise.
6. Wofür bist du dankbar?
Danach liegt der „Pfad der Dankbarkeit“ vor uns. Wir sammeln wir 7 Holzstücke und überlegen uns für jedes einzelne, wofür wir in unserem Leben dankbar sind. Entlang eines verwunschenen Waldpfads suchen wir schweigend den perfekten Platz zum Ablegen jedes Holzstückes. Diese Übung mit viel Symbolcharakter ist meine liebste des Nachmittags.
7. Nutze die Heilkraft des Waldes für dich
Der kleine Pfad endet an einem spektakulären Aussichtsfelsen mit Blick aufs Echaztal. Auf einer Ruhebank am Eckfelsen tauschen wir uns über unsere Erlebnisse aus. Peggy erzählt uns mehr über die heilenden Kräfte des Waldes.


Wusstest du, dass die Terpene der Bäume unsere Immunzellen ankurbeln und schon zwei Stunden pro Woche im Wald die Selbstheilungskräfte aktivieren und zu einem gesünderen Immunsystem beitragen?
8. Sei achtsam
Mit der Aufgabe, achtsam durch den Wald zu streifen und die verschiedenen Grüntöne wahrzunehmen, schickt uns Peggy wieder zurück ins Dickicht der Bäume den dichten Wald. Wir sammeln Blätter von Bäumen und Blumen und machen in einem Rahmen unsere gemeinsame Waldcollage in Grün daraus.

9. Wechsle deine Perspektive
Als nächstes folgt ein Perspektivenwechsel. Jeder „Waldbadende“ bekommt einen Rahmen bzw. ein Passepartout, um damit einen besonderen Blick auf die Umgebung zu gewinnen. Und tatsächlich – so eingerahmt ergeben sich ganz einzigartige Sichtwinkel.

10. Visualisiere deine Zukunft
Die letzte Übung, zu der uns unsere Shirin Yoku Kursleiterin anregt, heißt „Wunsch dir was“. Wir sollen unsere Zukunft visualisieren und dann diesen Wunsch dem Wald übergeben. In Japan wird der Wald als lebendiges Wesen gesehen und es werden Bilder (sogenannte Emas) mit Wünschen und Bitten beschriftet und in die Bäume gehängt.
Wir wollen aber keine Spuren im Wald hinterlassen, die hier nicht hingehören. Deshalb teilt Peggy uns Holzchips aus, die wir bemalen und an unserem besonderen Ort ablegen.
Fazit der Teilnehmer zu Shinrin Yoku
Als wir wieder am Waldrand ankommen, bittet Peggy uns um ein kurzes Feedback. Unser gemeinsamer achtsamer Waldspaziergang und die tollen Übungen haben alle Teilnehmer positiv überrascht. Viele haben jetzt ein ganz anderes Bild vom Waldbaden gewonnen. Besonders wertvoll war Peggys kompetente und sehr einfühlsame Anleitung bei unserer ersten Shinrin Yoku Praxis.
Waldbaden ist ein sehr langsamer Spaziergang ohne Leistungsdruck, ein bewusstes Verweilen im Wald. Shinrin Yoku eignet sich deshalb für jedes Alter und ist perfekt auch für die, die keine großen und anstrengenden Touren mehr unternehmen können. Das kam sehr gut bei den Wanderern an.
Shinrin Yoku – Waldbaden auf japanische Art – hat uns definitiv begeistert!
Was habe ich für mich persönlich vom Shinrin Yoku mitgenommen?
Schon seit meiner Kindheit ist der Wald einer meiner liebsten Orte, meist zum Wandern. Bisher habe ich allerdings noch nie bewusst eine achtsame Auszeit im Wald verbracht – so ganz ohne Ziel oder Zeitdruck.
Beim Waldbaden fühlte ich mich komplett im Hier und Jetzt verankert. Ich habe den Wald mit allen Sinnen erlebt und viel mehr gefühlt, gesehen und gerochen als auf meinem normalen Waldspaziergängen.
Shinrin Yoku hat mir gezeigt, dass der Wald für mich der perfekte Ort zum Stressabbau ist – und zugleich hat er auch noch eine positive Wirkung auf mein Immunsystem. Und das kostenlos und direkt vor meiner Haustür!
Waldbaden mit Peggy Wandel – Wissenswertes im Überblick
„Zwischen Baumkronen findet sich, was in Besprechungsräumen oft fehlt: Leichtigkeit, Ruhe und Klarheit.“
Peggy Wandel
Aufgewachsen am Waldrand war der Wald schon immer ein Ort zum Auftanken für Peggy. Als Outdoor- und Japan-Fan stieß sie vor einigen Jahren auf das japanische Gesundheitskonzept „Shinrin Yoku“, in Deutschland genannt „Waldbaden“.
Seither verbindet sie Beruf und Neigung: Die Betriebswirtin ist mit Wandelpunkt Text & PR selbstständige Texterin und Konzeptionerin für Unternehmenskommunikation mit über 20 Jahren Erfahrung – und weiß, wie stressig der digitale Alltag sein kann.
Als ausgebildete Kursleiterin für Waldbaden bietet sie bewusste Naturerfahrung zum Entschleunigen und zur Gesundheitsvorsorge. Mit „Wandel im Wald“ hat sie einen Weg geschaffen, auf dem Menschen Ausgleich zu ihrem stressigen Alltag finden. Sie teilt ihre Erkenntnisse regelmäßig auf ihrem Blog – mit Reiseberichten, Waldwissen und Naturimpulsen.

Peggy Wandel bietet mit „Wandel im Wald“ präventive Gesundheitsformate im Wald an – für Privatpersonen, Gruppen und Teams. Durch achtsame Naturerfahrung unterstützt das Angebot Stressabbau, fördert die mentale Gesundheit und sensibilisiert für den Wert naturnaher Erholung.
– Zertifizierte Kursleiterin Waldbaden (BVWA e. V.)
– Train-the-Trainer-Ausbildung und langjährige Erfahrung in der Gruppenleitung
– Outdoor-affin und sicher in der Natur unterwegs (Bergsport, Klettern)
– Einzelpersonen und Gruppen ab 18 Jahren auf der Suche nach Entschleunigung & Naturverbindung
– Kleine und mittelständische Unternehmen (z. B. für Gesundheitstage, Teamentwicklung, Führungskräfteformate)
– After-Work- / Schnupper-Waldbad (ca. 2 Stunden)
– Halbtagesformate (3–4 Stunden)
– Tagesformate (6–7 Stunden)
– Individuelle Konzepte nach Absprache, z.B. „Waldbaden mit Stift und Papier“
Wenn du auch Lust auf Shinrin Yoku bekommen hast, frag am besten gleich einen Termin fürs Waldbaden bei Peggy an.
Dir gefällt dieser Beitrag?
Dann melde dich gleich für unseren Newsletter an und wir senden dir einmal monatlich exklusive Reise- und Wandertipps. Oder du folgst uns live auf Instagram und Facebook oder abonnierst unseren RSS-Feed.
