Gerade sind wir zurück von einem erlebnisreichen und doch herrlich entspannten Wochenendtrip in den Schwarzwald. Von Freitag bis Sonntag haben wir die Kleinstadtperle Oberkirch im Renchtal erkundet: Auf einer Genussradtour mit dem e-Bike, beim Wandern auf dem Oberkircher Brennersteig und bei einem außergewöhnlichen Rundgang mit der historischen Meisterdiebin Schleiferbärbel durch die pittoreske Altstadt. Ein genialer Schwarzwald Kurzurlaub!
Hier kommen unsere 5 (Genuss-)Tipps für dein verlängertes Wochenende in Oberkirch im Schwarzwälder Renchtal.
Inhalt
Oberkirch: Tor zum Renchtal
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Oberkirch ist das perfekte Ziel für einen Wochenendtrip in Baden-Württemberg. Die historische Stadt an der Badischen Weinstraße liegt im Ortenaukreis, wenige Kilometer nordöstlich von Offenburg und nur eine gute Fahrstunde von Stuttgart entfernt.
Das Städtchen bildet das Tor zum Renchtal und liegt idyllisch eingebettet zwischen Rheinebene und Schwarzwaldhochstraße/Nationalpark Schwarzwald. In dieser sonnenverwöhnten und sehr fruchtbaren Region, die von sanften Hügeln mit bewaldeten Kuppen umrahmt wird, gibt es jede Menge Rebhänge, Obstwiesen und Erdbeerplantagen.

Seit Sommer 2020 ist Oberkirch übrigens eine der 20 „Kleinstadtperlen“ in Baden-Württemberg. Diese Initiative stellt bewusst kleine Städte abseits der großen Touristenströme vor, die nicht nur besonders pittoresk sind, sondern auch einen ganz eigenen Charme haben.
Was Oberkirch so einzigartig macht, ist nicht nur die historische Altstadt voll bezaubernder Fachwerkhäuser, sondern auch die vielen Ortsteile. Insgesamt neun ehemalige Dörfer gehören zur Kommune, die sich alle ihren ursprünglichen Charakter bis heute bewahrt haben. Es lohnt sich wirklich, diese traditionsreichen Dörfer zu besuchen!

Oberkirch ist der perfekte Ausgangspunkt für alle, die gerne in der Natur aktiv sind:
- Beim Renchtäler Genussradeln entdeckst du nicht nur die traumhafte Landschaft, sondern genießt auch regionale Spezialitäten bei Hofläden, Brennern und Winzern.
- Rund um Oberkirch findest du gleich drei vom Deutschen Wanderverband mit dem Gütesiegel „Traumtour“ ausgezeichnete Wanderwege. Die Renchtäler Traumtouren Maisacher Turmsteig, Oberkircher Brennersteig und Lautenbacher Hexensteig locken zum Genusswandern mit vielen Einkehrmöglichkeiten.
1. Renchtäler Genussradeln
Manchmal gibt es Tage, an denen einfach alles zusammenpasst: wärmende Sonnenstrahlen, blühende Obstbäume und das herrliche Gefühl, endlich wieder draußen unterwegs zu sein. Genau so einen Tag, den man am liebsten sofort wiederholen möchte, erleben wir beim Renchtäler Genussradeln.

Diese rund 28 Kilometer lange Genussradtour führt durch das wunderschöne Renchtal im Schwarzwald. Unterwegs warten sechs kulinarische Stopps auf uns, bei denen wir regionale Spezialitäten probieren.

Vor dem Start holen wir unseren „Genussradel-Pass“ bei der Oberkircher Servicestelle der Renchtal Tourismus GmbH ab. Der enthält Gutscheine, die wir an jeder Station gegen ein Getränk und ein Gericht einlösen können. Auf uns wartet heute quasi ein kulinarisches Menü auf zwei Rädern.
Rahmi’s Café & Lounge

Die Renchtäler Genussradtour startet am Bahnhof Oberkirch. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung bis zu ersten Genuss-Station. Rahmi’s Café & Lounge liegt in einem süßen kleinen Fachwerkhaus inmitten der Fußgängerzone. Hier tauschen wir unseren Gutschein gegen ein Getränk und eine herzhafte Bruschetta ein.

Dann radeln wir der Beschilderung folgend aus der Stadt hinaus, immer am blauen Band der Rench entlang.
Jetzt Mitte April kommt es einem so vor, als wolle die Natur vor Leben geradezu explodieren: Die Luft duftet berauschend nach Flieder und den zarten Blüten der Obstbäume, die Wiesen stehen voller Löwenzahn, überall summt und brummt es und in den Bäumen und Hecken entlang des Weges zwitschern unzählige Vögel.
Gasthof zur Winzerstube

Unser zweiter Einkehrstopp ist der idyllisch im Herztal in Oberkirch-Nußbach gelegene Gasthof zur Winzerstube.
Walter Bruder begrüßt uns herzlich und kredenzt uns im idyllischen Biergarten einen leckeren Wurstsalat mit seinem selbstgebackenen Holzofenbrot. Wie schade, dass wir schon bald wieder weiterradeln müssen. Hier ist es einfach so entspannt und in der Kuchentheke warten feine Torten….

Wir kommen ganz sicher wieder!
Obst- und Spargelhof Wurth
Nur wenig später gelangen wir an den dritten Stopp unserer Renchtäler Genussradtour. Der Obst- und Spargelhof Wurth in Oberkirch-Zusenhofen hat einen tollen Hofladen, der jetzt in der Spargelsaison sehr belebt ist. Im Hofcafé genießen wir Kaffee und den ersten Erdbeerkuchen der Saison.

Zum Glück müssen wir bis zur nächsten Station etwas länger in die Pedale treten und ein paar Kalorien verbrauchen.
Kammerers Schnapslounge
Dass es hier im Renchtal auch einen Ort namens Ulm gibt, wussten wir gar nicht. Er gehört zu Renchen und ist eine echte Brennerhochburg.
In Kammerers Schnapslounge wartet wieder ein genussvoller Stopp auf uns. Zuerst bestaunen wir das riesige Sortiment an hauseigenen Edelbränden im Hofladen. Die moderne Schnapslounge ist eine tolle Location für Feiern und Events.

Unter einer frühlingsgrünen Linde serviert uns Annette Kammerer ein herzhaftes Vesper mit Rahmkäse, Gemüse und Bauernbrot und ein kühles Bier dazu. Anschließend müssen wir natürlich einen der Hausbrände verkosten. Jochen wählt die Williams-Birne, ich bin ein Fan des magenfreundlichen Blutwurz. Ein so wunderbarer Genussmoment, dass wir am liebsten noch verweilt hätten.

Obsthof Heiberger
Von Ulm aus radeln wir ein ganzes Stück durch Obstwiesen, Weinberge und kleine Ortschaften bis zu unserem vorletzten Stopp in Oberkirch-Tiergarten, dem Obsthof Heiberger. Angelika Heiberger begrüßt uns in ihrem süßen Hoflädele.

Im schattigen Hof genießen wir eine Schorle aus ihren selbstgemachten Säften und beobachten die lustigen Ziegen. Für unseren Genussgutschein bekommen wir noch einen kleinen Obstkorb mit Äpfeln, Birnen und einer Marmelade. Zum Glück haben wir einen Rucksack dabei.
Krone Oberkirch

Für unseren Geschmack viel zu schnell neigt sich unsere herrlich entspannte Renchtäler Genussradtour dem Ende zu und wir gelangen im wunderschönen Licht der Abendsonne zurück nach Oberkirch.
Einen letzten Genuss-Gutschein dürfen wir noch einlösen. Im Biergarten der Event-Location Krone Oberkirch gibt es einen alkoholfreien Sommer-Cocktail und ein erfrischendes Zitronensorbet für uns. In der stylisch renovierten Bar finden regelmäßig Events wie Live-Musik oder Karaoke-Abende statt.


Wissenswertes zum Renchtäler Genussradeln im Überblick
- Wann: donnerstags und freitags von April bis Oktober (außer an Feiertagen)
- Start: Bahnhof Oberkirch
- Dauer: aktueller Fahrplan 12:10 Uhr – ca. 19 Uhr
- Länge: 28 Kilometer, 102 Höhenmeter
- Kosten: 59 € pro Person inkl. 6 Genuss-Stopps
- Die Radtour ist nicht geführt. Die Strecke ist gut ausgeschildert mit orangefarbenen Schildern „Renchtäler Genusstour“. Wenn du magst, kannst du dir die GPX-Daten downloaden.
- Die Wegstrecke verläuft durchweg auf gut ausgebauten Radwegen. Sie eignet sich daher auch für ungeübte Radler und alle, die einfach einen genussvollen Nachmittag in der Natur verbringen wollen.
- Auf Wunsch gerne Rad-Guide buchbar.
Deinen Termin fürs Genussradeln muss du vorab in den Servicestellen der Renchtal Tourismus GmbH buchen. Hier kannst du deinen Wunschtermin anfragen.
Du möchtest lieber Genusswandern statt Genussradeln? Dann gefällt dir sicher der Lautenbacher Hexensteig mit Vesperwanderung.
Unsere e-Bikes von MYVELO
Für diese Genussradtour haben wir uns e-Bikes von MYVELO ausgeliehen. Mit der Renchtal Gästekarte gibt es auch eine Ermäßigung. Das Molinar Elektro-Klapprad wurde speziell für die Zielgruppe Camper designt. Mit ihren bulligen Reifen und dem ausgefallenen Design sind diese e-Bikes ein echter Hingucker. Dank der Anfahrhilfe können wir mit den schweren Rädern auch am Berg entspannt losfahren.

Falls du ohne Fahrrad nach Oberkirch kommst, liegt der Flagshipstore von MYVELO sehr zentral und vom Bahnhof aus gut erreichbar am Marktplatz.
2. Wanderung auf dem Oberkircher Brennersteig
Der Oberkircher Brennersteig ist einer der beliebtesten Wanderwege im Schwarzwald.
Der rund 14 Kilometer lange Oberkircher Brennersteig verläuft rund um das Hesselbacher Tal bei Oberkirch, vorbei am Geigerskopfturm mit herrlichen Ausblicken ins Rheintal bis zu den Vogesen. Der Rundwanderweg führt dich durch eine Kulturlandschaft voller Streuobstwiesen, Weinberge und Wälder, wie sie typisch für diese Region im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist.

Was macht den Oberkircher Brennersteig so besonders?
Neben grandioser Natur bietet der Brennersteig dazu noch Einblicke in die berühmte Schwarzwälder Brennkultur.
Die Wanderstrecke des Brennersteigs ist wunderbar abwechslungsreich. Mal läufst du durch offene Wiesen, dann wieder durch schattigen Wald, bevor sich plötzlich der Blick ins Rheintal bis zu den Vogesen öffnet.
Entlang des Oberkircher Brennersteigs dreht sich vieles um Obst und das, was daraus entsteht. Zahlreiche Schnapsbrunnen locken zum Verkosten der Edelbrände wie z.B. das berühmte Schwarzwälder Kirschwasser, Zwetschgen- und Mirabellenwasser oder Williams-Birne sowie Blutwurz und Topinambur.
Natürlich findest du auch immer wieder Kühlschränke mit anderen Getränken, kleinen Vespern und Snacks.
Aktionstag am Brennersteig: 300 Jahre Brennrecht
Einmal im Jahr verwandelt sich der Oberkircher Brennersteig in eine regelrechte Genussmeile. Entlang des Qualitätswanderwegs mit der Auszeichnung Traumtour öffnen verschiedene Brennereien und Höfe ihre Türen und bieten Verkostungen der hauseigenen Edelbrände, Brennereiführungen, regionale Spezialitäten und musikalische Unterhaltung an.
Bei unserem Besuch am 25. April 2026 fand das offizielle Wander-Opening am Oberkircher Brennersteig statt. Zugleich wurde bei diesem Aktionstag „300 Jahre Brennrecht im Renchtal“ gefeiert. Oberkirch gehörte 500 Jahre lang zum Territorium der Bischöfe von Straßburg, das nur etwa 25 Kilometer entfernt liegt. 1726 erlaubte der Bischof von Straßburg den Renchtälern das Kirschenbrennen. Allein in Oberkirch sind bis heute rund 700 Hausbrennereinen registriert. Die Stadt gilt deshalb als Brennerhauptstadt Europas.
Start am Wanderparkplatz Hesselbach
Offiziell startet die Oberkircher Brennersteig Wanderung am Wanderparkplatz Hesselbach. Wir lassen das Auto an unserem Hotel, dem Bahnhof Oberkirch, stehen und wandern von dort aus zum Ausgangspunkt der Wandertour.
Die ersten Meter folgt der Brennersteig noch wenig charmant der Ortsstraße nach Ödsbach. Doch schon bei den ersten Häusern biegen wir rechts ab und finden uns inmitten herrlich blühender Streuobstwiesen wieder.

Der Steig führt uns ein kurzes Stück bergauf und dann auf halber Höhe durch die Wiesen weiter, mit zauberhaften Ausblicken auf die bewaldeten Hügel des Renchtals und die von den weißen Tupfern der blühenden Obstbäume gesprenkelten Streuobstwiesen.
Brennerei Halter
Bald erreichen wir die Brennerei Halter, die heute zum Wander-Opening des Brennersteigs Oberkirch ein Weißwurst-Frühstück, Flammkuchen und Cocktails anbietet. Bei Familie Halter waren wir tatsächlich schon einmal zu einer Verkostung der hauseigenen Edelbrände. Weiter geht es entlang des Schnapslehrpfads der Familie Halter bergauf durch die Reben und Obstanlagen.
Wenig später gelangen wir in ein schattiges Wäldchen, wo wir einen kleinen Teich entdecken. Etwas abseits des Brennersteigs liegt die Brennerei „Grüner Baum“, die heute ebenfalls Speisen und Getränke anbietet. Wir wandern weiter, schließlich warten noch viele Brennereien und Schnapsbrunnen auf uns.
Auf dem steilen Kandelhöhenweg kommen wir ins Schwitzen. Die Bänke an der Bergle-Hütte bieten deshalb eine willkommene Verschnaufpause. Danach verläuft der Qualitätswanderweg weiter auf einem breiten Forstweg durch den frühlingsgrünen Wald.
Vogesenblick vom Geigerskopfturm
Irgendwann hören wir das Grunzen von unzähligen Schweinen des Hofguts Silva, die hier ihren Freilauf im schattigen Wald genießen. Am Gehege wird der Wanderweg zu einem schmalen Steig, bevor es steil bergauf zum Geigerskopfturm geht.

Hier machen wir eine wohlverdiente Pause und gönnen uns ein eiskaltes Radler. Leider können wir den 20 Meter hohen Geigerskopfturm heute nicht erklimmen, um die Aussicht bis in die Vogesen zu bestaunen. Der Turm war bei unserem Besuch gesperrt, weil ein geschützter Vogel unter dem Dach sein Nest gebaut hatte. Inzwischen ist der Vogel flügge geworden und der Turm wieder frei zugänglich.
Obst- und Winzerhof Busseck
Über einen schmalen Waldpfad führt uns der Oberkircher Brennersteig anschließend recht steil bergab. Wenig später hören wir bereits die Klänge einer Blaskapelle und erblicken den inmitten von Reben und Obstbäumen liegenden Busseck-Hof im Oberkircher Ortsteil Bottenau.

Der Busseck-Hof bietet neben Ferienwohnungen auch mehrere Panorama-Camping-Stellplätze für Wohnmobile und Camper an.
Normalerweise kannst du an einem Verkaufsautomaten auf dem Hof Getränke und Snacks für eine kleine Wanderpause kaufen. Und natürlich gibt es eine Schnapsbar zur Verkostung der hauseigenen Edelbrände und Liköre.
Anlässlich des Aktionstags gibt es heute Musik, Wildwürste vom Grill sowie Kaffee und Kuchen. Schnell finden wir netten Anschluss und verkosten gemeinsam den einen oder anderen Kirschlikör.
Köbelesberghof
Nach dem Busseck wandern wir durch die Reben aufwärts und weiter durch die Wälder bis zur Maieckle-Hütte. Unser letzter Genuss-Stopp auf dem Oberkircher Brennersteig ist der Köbelesberghof im Ortsteil Butschbach.
Das Hofgut auf dem Köbelesberg liegt idyllisch inmitten von Rebhängen. Vom Hof aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Rheinebene und die Vogesen. Durch die geschützte Lage und die nach Süden und Westen ausgerichteten Steillagen herrscht hier oben ein besonders gutes Mikroklima.

Direkt am Oberkircher Brennersteig gelegen, lädt der ganzjährig bestückte Schnaps- und Likörstand zum Verkosten eines über 25 verschiedenen Liköre und Spirituosen ein. In der Saison gibt es zudem einen Kühlschrank mit alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken.
Heute beim Wander-Opening werden wir mit leckeren Ofenbroten und erfrischenden Cocktails verwöhnt. Der „Gin-Tonic“ mit dem hauseigenen Fichtensprossengeist hat das Potenzial, mein neuer Lieblings-Sommercocktail zu werden.


So sitzen wir im noch immer wärmenden Licht der tiefstehenden Sonne, genießen unsere Pause mit regionalen Spezialitäten und dem herrlichen Weitblick über Rebhänge und Obstwiesen.
Über den Zick-Zack-Weg nach Oberkirch
Am liebsten wären wir noch länger an diesem herrlichen Flecken Schwarzwald geblieben, doch vor uns liegen noch ein paar Kilometer Wegstrecke. Weiter geht es zur Albersbacher Höhe. Von dort aus führt der Brennersteig steil durch Reben und Obstanlagen hinunter und zurück zum Wanderparkplatz.
Wir steigen jedoch direkt über den „Zick-Zack-Weg“ nach Oberkirch ab und wandern am Hotel-Restaurant Renchtalblick vorbei zurück zum Hotel Bahnhof.
Wissenswertes zum Oberkircher Brennersteig im Überblick
- Start: Wanderparkplatz Hesselbach, bei Anreise mit dem Zug ab Bahnhof Oberkirch
- Länge: knapp 14 km
- Höhenmeter: ca. 450 hm
- Reine Wanderzeit: etwa 4,5 Stunden

Beste Jahreszeit für die Wanderung auf dem Oberkircher Brennersteig
Die beste Wanderzeit für den Oberkircher Brennersteig liegt zwischen April und Oktober.
- Im Frühling verwandelt die Obstblüte die Landschaft in ein Blütenmeer, die Wälder zeigen ihr schönstes Frühlingsgrün und Luft und Temperaturen sind angenehm zum Wandern.
- Das Renchtal ist bekannt für seine Kirschbäume. Im Sommer reifen die Kirschen, aus denen das berühmte Schwarzwälder Kirschwasser und der süße Kirschlikör hergestellt werden.
- Besonders schön wird es am Brennersteig auch im Herbst, wenn die Weintrauben reif sind, die Obstbäume voller Äpfel und Birnen hängen und sich das Laub herrlich bunt färbt.
3. Historische Stadtführung: Mit der Schleiferbärbel durch Oberkirch
Die historische Altstadt Oberkirchs erkunden wir auf eine ganz besondere Art. Bei einem historischen Stadtrundgang begeben wir uns auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Die Schleiferbärbel – eine Meisterdiebin – fand nach ihrem Ausbruch aus dem Gefängnis in Oberkirch Unterschlupf. Sie entführt uns in ihr gar nicht so romantisches Leben als „Jaunerin und Vagantin“.

Oberkirchs Sehenswürdigkeiten
Unser Stadtrundgang startet an der Stadtmauer Oberkirchs. Die Stadt war früher von einer imposanten Befestigungsanlage umgeben. Zu dieser Zeit galt die Ortenau als Paradies für Bettler und Gauner aller Art. Durch die vielen Kleinstaaten Deutschlands konnten sich Kriminelle damals oft einfach durch Grenzübertritte der Strafverfolgung entziehen, so auch die Schleiferbärbel.

Weiter geht es zur Bachanlage mit dem Mühlbach, die von malerischen Fachwerkhäusern umstanden ist. Das Wasser des Mühlbachs trieb früher die Räder von Getreide-, Säge- und Papiermühlen an. Zudem wurden im Mühlbach Abwässer und Abfälle der Metzger und Gerber Oberkirchs entsorgt.
Heute ist Markttag und so begleiten wir die Schleiferbärbel bei ihrem „Beutezug“ über den traditionsreichen Oberkircher Bauernmarkt.
Auf dem Weg durch die Altstadt besuchen wir ein paar der historischen Sehenswürdigkeiten Oberkirchs wie den Nepomukbrunnen, das Propsteigebäude oder die Alte Fuhrhalterei.
Ein beliebter Fotospot ist das Grimmelshausen-Denkmal. Die Bronzefigur – ein aberwitziges Mischwesen – ist vom Simplicissimus-Roman Grimmelshausens inspiriert. Mehr über den Autor und sein Werk erfährst du im Heimat- und Grimmelshausenmuseum, das im Alten Rathaus in Oberkirch untergebracht ist.

Während des Stadtrundgangs erzählt uns die Schleiferbärbel im „Gaunerjargon“ spannende Geschichten und lustige Anekdoten. Besonders eindrücklich sind ihre Schilderungen vom Leben der einfachen Menschen voller Armut, ihrem harten Überlebenskampf und der ständigen Gefahr, im Gefängnis zu landen.
Ein kulinarischer Stopp rundet unsere fesselnde Führung ab. Im „Treff für Alle“ gibt es ofenfrische Dinnele – eine Art badischer Rahmkuchen, wahlweise klassisch mit Speck oder vegetarisch. Und wer mag, darf ein Gläschen Kirschwasser verkosten.
Die Stadtführung mit der Schleiferbärbel ist wirklich ein besonderes Erlebnis, das auch Kinder begeistert. Die Naturparkführerin Anette Matt geht völlig in ihrer Rolle als historische Meisterdiebin auf. Wenn du Oberkirch besuchst, solltest du dir diese einmalige Zeitreise nicht entgehen lassen!
Infos zur historischen Oberkirch Stadtführung
- Kosten: 22 Euro inklusive Dinnele (Rahmkuchen mit Speck oder vegetarische Variante)
- Termine: mehrmals im Jahr, immer samstags, Familienführung am 6.08.2026
- Daneben gibt es auch Renchtäler Sagenführungen und klassische Stadtführungen.
- Alle Termine siehe Veranstaltungskalender der Renchtal Tourismus GmbH
4. Erdbeergenuss in Oberkirch
Oberkirch ist eines der größten Erdbeeranbaugebiete Baden-Württembergs. Alljährlich Ende April eröffnet die Baden-Württembergische Erdbeerkönigin hier offiziell die Erdbeersaison. Natürlich wollen wir bei unserem Wochenende im Renchtal auch eines der vielen Erdbeerfelder besuchen und die ersten Erdbeeren genießen.
Auf unserer Radtour erblicken wir schon von weitem die kleine, von Palmen umstandene Holzhütte von Sester’s Erdbeer-Frische, direkt beim Kreisverkehr zur B28 gelegen. In ihrem kleinen Feld-Café im Freien bietet Familie Sester in der Saison neben frischen Erdbeeren und verschiedenen Erdbeerkuchen auch ausgefallene Spezialitäten wie die neu kreierte Erdbeer-Bratwurst an.

Paul Sester macht mit uns einen Rundgang durch seine Erdbeerplantage. In den Folientunneln zeigt er uns, wie die Kultivierung von Erdbeeren in Folientunneln, dem sogenannten geschützten Anbau, funktioniert.
Danach gönnen wir uns einen Becher Galao (portugiesischen Kaffee) sowie leckeren Erdbeerkuchen und eine Erdbeer-Biskuitrolle.

Oberkircher Erdbeerfest: Jedes Jahr am letzten Mai-Wochenende wird in Oberkirch das Erdbeerfest gefeiert, diesmal am 30. & 31. Mai 2026. Neben einem bunten Rahmenprogramm mit Musik und Markttreiben verwöhnen die Cafés, Restaurants und Hofläden der Region mit Erdbeerspezialitäten wie Torten, Cocktails oder Erdbeerbowle.
5. Weitblick von Ruine Schauenburg
Die Burgruine Schauenburg ist das Wahrzeichen Oberkirchs. Sie wurde im 11. Jahrhundert durch die Zähringer errichtet. Vom Stadtzentrum aus kannst du steil bergauf zur Ruine Schauenburg wandern oder wie wir mit dem e-Bike hochradeln.

Von hier oben hast du einen einmaligen Blick über das Städtchen und das Renchtal. Bei guter Fernsicht kannst du sogar das Straßburger Münster und die Vogesen erblicken.

Ein toller Spot zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang! Im Sommer gibt es bei der Burg Oberkirch freitags tolle Live-Konzerte bei den Burgnächten.
Freitag hin & Sonntag zurück: Dein Plan fürs Wochenende in Oberkirch
| Tag | Vormittag | Nachmittag / Abend |
|---|---|---|
| Freitag | entspannte Anreise nach Oberkirch | ab 12 Uhr Renchtäler Genussradtour |
| Samstag | historische Stadtführung durch Oberkirch | Wandern auf dem Oberkircher Brennersteig (dann kannst du ausgiebig die Edelbrände verkosten und musst nicht mehr fahren) Abendessen in Oberkirch, z.B. in der Sonne oder im Bahnhof Oberkirch |
| Sonntag | Kleine Radtour um Oberkirch mit Besuch der Ruine Schauenburg | Einkehr in einem der Hofcafés, z.B. am Erdbeerfeld Sester oder beim Spargelhof Wurth, anschließend Heimreise |
Tipps fürs Übernachten in Oberkirch im Renchtal
Hotel Bahnhof Oberkirch

Der 1875 erbaute Bahnhof Oberkirch wurde 2019 nach umfangreichem Umbau als Hotel-Restaurant eröffnet. Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude ist ein echtes Schmuckstück und viele historische Details wurden bei der Renovierung erhalten. So nehmen wir unser Frühstück in der ehemaligen Schalterhalle ein, die ein ganz einzigartiges Flair hat.

Unser Hotelzimmer im 2. Stock erreichen wir über das historische Treppenhaus. Natürlich gibt es auch einen Aufzug, aber die Treppe ist einfach sehenswert. Auch unser sehr modern ausgestattetes Zimmer mit dem riesigen Bad samt barrierefreier Dusche spielt sehr stimmungsvoll mit dem Bahnhofs-Motiv.

Das Hotel Bahnhof Oberkirch liegt sehr günstig, wenn du mit dem Zug ins Renchtal anreist. Die Altstadt mit Fußgängerzone ist nur wenige Schritte entfernt. Für uns Radler war die Parkmöglichkeit unserer Fahrräder in der hoteleigenen Garage sehr praktisch.
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Camping in Oberkirch
Oberkirch ist auch ein tolles Ziel für Camper. Rund um den Ort gibt es mehrere Stellplätze.
- Wohnmobilstellplatz Oberkirch (Bahnhofstr. 16, Oberkirch):
Direkt an der Rench gelegen, 5 min zur Altstadt, 37 Stellplätze, Kosten rund 10 €/Nacht - Waldstellplatz bei der Ruine Schauenburg (Burgstraße 29 , Oberkirch):
4 Stellplätze für Camper, Kosten ca. 8 €/Nacht - Hof-Camping auf dem Busseck-Hof (Diebersbach 12, Oberkirch):
2 Stellplätze in herrlicher Panoramalage, mit Dusche/WC, Kosten ca. 30 €/Nacht
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit der Renchtal Tourismus GmbH. Du kannst dir wie immer sicher sein, dass wir dir nur das empfehlen, was uns selbst begeistert.
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